Pflege undGebrauchshinweise für Holzbögen

Osagebow

Ein Holzbogen ist ein Naturprodukt und benötigt sorgfältige Behandlung. Mit der richtigen Lagerung, Pflege und Handhabung bleibt er dauerhaft leistungsfähig und zuverlässig.


1. Lagerung und Instandhaltung

Holz ist ein organisches Material und reagiert empfindlich auf seine Umgebung.

  • Lagern Sie Ihren Bogen in einem Raum mit mäßiger Luftfeuchtigkeit
    → ideal: 45–65 %
  • Zu trockene oder zu feuchte Umgebung kann das Holz schädigen.
  • Lassen Sie den Bogen nicht längere Zeit im Auto, insbesondere nicht in der prallen Sonne.
  • Schäden durch falsche Lagerung oder ungeeignete Raumfeuchte führen zum Erlöschen der Gewährleistung.

2. Pflege des Bogens

  • Pflegen Sie den Bogen regelmäßig mit einer dünnen Schicht Holzöl.
  • Empfohlenes Produkt: Danish Oil
  • Bei regelmäßigem Gebrauch sollte die Pflege alle 3–4 Wochen aufgefrischt werden.

3. Den Bogen richtig aufspannen

Spannen ohne Spannschnur

  1. Legen Sie den Griff in die linke Kniekehle.
  2. Das untere Bogenende ruht auf dem rechten Fußrücken.
  3. Ziehen Sie das obere Bogenende nach vorne zu sich heran.
  4. Führen Sie die freie Sehnenschlaufe in die Kerbe.
  5. Achten Sie darauf, den Griff in der Kniekehle zu belassen, damit der Bogen gleichmäßig belastet wird – auch der untere Wurfarm.

Spannen mit Spannschnur (empfohlene Methode)

  1. Die Schlaufen der Spannschnur müssen passgenau an den Bogenenden sitzen.
  2. Die Sehne liegt locker am Bogen, die untere Sehnenschlaufe befindet sich bereits in der Kerbe.
  3. Setzen Sie die Kappen der Spannschnur auf die Tips.
  4. Treten Sie mittig auf die Spannschnur und halten Sie den Bogen am Griff.
  5. Ziehen Sie den Griff nach oben.
  6. Während sich der Bogen spannt, führen Sie mit der freien Hand die Sehne in die obere Kerbe.
  7. Zug langsam reduzieren – der Bogen ist gespannt.

Achtung:

  • Bei Bögen mit Recurves unbedingt darauf achten, dass die Sehne mittig liegt – sonst kann sie abrutschen.
  • Ein Bogen sollte nur gespannt sein, wenn er benutzt wird.
    → Nach dem Schießen immer abspannen.

4. Belastungsgrenze des Bogens

  • Ein voll ausgezogener Holzbogen arbeitet an seiner Belastungsgrenze.
  • Ziehen Sie den Bogen niemals über 28 Zoll (ca. 71 cm) aus –
    oder über die Auszugslänge, für die er gebaut bzw. bestellt wurde.

5. „Warmziehen“ – vor jedem Gebrauch wichtig

Nach dem Aufspannen benötigt das Holz Zeit, sich an die Spannung anzupassen:

  • Ziehen Sie den Bogen schrittweise bis zum vollen Auszug.
  • Etwa 10-mal leicht anziehen.
  • Erst beim zehnten Zug darf der Bogen voll ausgezogen werden.

�� Danach ist der Bogen schussbereit.


6. Die richtigen Pfeile

Die Wahl der Pfeile ist entscheidend für die Langlebigkeit des Bogens.

  • Keine zu leichten Pfeile verwenden!
  • Das Pfeilgewicht richtet sich nach dem Zuggewicht des Bogens.

Mindest-Pfeilgewicht

  • ab 35 lbs: mindestens 9 grain pro lbs
  • bis 35 lbs: mindestens 8 grain pro lbs
  • 1 grain = 0,0648 g

Beispiel:
Ein Bogen mit 45 lbs benötigt mindestens 26 g Pfeilgewicht.

Weitere Hinweise

  • Wickeln Sie die Federkiele vorne (z. B. mit Zahnseide), um Pfeilauflage und Hand zu schützen.
  • Der passende Spinewert wird am besten mit einem Rohschafttest ermittelt.
    → Empfohlene Lektüre: „Traditionell Tunen“, Angelika Hörnig Verlag.
  • Pfeile mit sehr guten Flugeigenschaften bestehen häufig aus gebarrelten Schäften.
  • Getaperte Schäfte lassen sich oft leichter abstimmen, sind aber nicht zwingend erforderlich.

7. Sehne, Standhöhe und Nockpunkt

Sehnenmaterial

  • Der Bogen wird standardmäßig mit einer Dacron-Sehne ausgeliefert.
    Dieses Sehnenmaterial ist besonders materialschonend und für Holzbögen gut geeignet.
  • Fast-Flight-Sehnen können grundsätzlich geschossen werden, da der Bogen dafür technisch ausgelegt ist.
  • Wichtiger Hinweis:
    Die Verwendung von Fast-Flight- oder anderen hochmoduligen Sehnenmaterialien erfolgt auf eigene Verantwortung.
    Durch die Nutzung solcher Sehnen erlischt die Gewährleistung auf den Bogen.

Standhöhe

Die Standhöhe ist der Abstand zwischen Sehne und Bogengriff. Sie kann sich z. B. durch Transport verändern.

  • Übliche Standhöhe bei Holzbögen: 14,5 – 17,5 cm
  • Niedrige Standhöhe → schneller, aber etwas unruhiger
  • Höhere Standhöhe → ruhiger, aber etwas langsamer

Falls sich die Standhöhe verändert:

  • Sehne leicht eindrehen
  • Mit Metermaß oder Bogen-Checker kontrollieren

Bitte beachten: Änderungen der Standhöhe beeinflussen auch die Position des Nockpunktes.

Nockpunkt

  • 2–7 mm überhöht auf der Sehne angebracht
  • Bezugspunkt: rechter Winkel zwischen Pfeilauflage und Sehne

Auch hierzu empfiehlt sich das Buch „Traditionell Tunen“.


8. Schlangenhaut / Sehnenbelag

  • Tierische Backings sind mit Heißleim aufgebracht.
  • Dieser Leim darf nicht feucht werden (z. B. durch Regen).
  • Bei sehr warmem und feuchtem Wetter sollte der Bogen nicht gespannt bleiben
    (z. B. über 30 °C und mehr als 70 % Luftfeuchte).

9. Risse auf dem Bogenrücken

Sollte sich ein Riss auf dem Rücken des Bogens bilden (z. B. an Ästen, Verwachsungen oder Dornen):

Bitte umgehend Kontakt aufnehmen, damit die Stelle fachgerecht durch eine Wicklung gesichert werden kann.